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Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen von Peter Bichsel

21 Geschichten
CHF 11.60
Verlag: Suhrkamp
ISBN: 978-3-518-39067-2
GTIN: 9783518390672
Einband: Kartonierter Einband (Kt)
Verfügbarkeit: Buch/Spiel versandbereit in 24-36 Stunden (Bestellschluss 13 Uhr Werktags)
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Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen ist die heute als klassisch geltende Sammlung von Lesestücken, mit der dem Autor etwas für seine und unsere Zeit Einmaliges gelungen ist: auf lakonische, fast emotionslose, genau beobachtende und dabei dennoch anrührende Weise alltägliche Begebenheiten aufzuzeichnen und ihnen Geschichten zu »entnehmen«, von denen jede die Welthaftigkeit und Tiefe eines Epos besitzt.

Bichsels Geschichten sind im kleinbürgerlichen Milieu angesiedelt. Die geschilderten Vorgänge sind in ihrem Ablauf gewohnheitsmäßig und von beklemmender Unveränderlichkeit. Auch die Sehnsucht der Figuren nach einem anderen Leben vermag ihre Stagnation nicht zu durchbrechen. In San Salvador schreibt ein Familienvater: >>Mir ist es hier zu kalt, ich gehe nach Südamerika.<< Dabei wollte er nur seine neue Schreibfeder ausprobieren. Bichsels Figuren sprechen kaum. Wortwechsel wie in Blumen finden meist nur in Gedanken statt. Die Tristesse der äußerlichen Verhältnisse fungiert als Spiegel einer inneren Befindlichkeit. In Stockwerke und Die Beamten sind die Menschen nur noch Schablonen. Voneinander nicht zu unterscheiden, finden sie sich in die immer gleichen Abläufe des Stadtlebens eingebunden. Die Beziehungslosigkeit der Figuren und ihre Anonymität sind in allen Geschichten auffällig. In Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennen lernen erfährt der Leser kaum mehr über Frau Blum, als der Milchmann über sie weiß; und der hat Frau Blum noch nie gesehen. Die Kluft zwischen dem, was die Figur eigentlich möchte und dem, was sie tatsächlich realisiert, ist groß. Immer gründet die Tragik der Figuren in phlegmatischer Sprachlosigkeit. Nur die Gedanken wenden sich von der tristen Oberfläche ab, um hinter die Fassade zu schauen.

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Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen ist die heute als klassisch geltende Sammlung von Lesestücken, mit der dem Autor etwas für seine und unsere Zeit Einmaliges gelungen ist: auf lakonische, fast emotionslose, genau beobachtende und dabei dennoch anrührende Weise alltägliche Begebenheiten aufzuzeichnen und ihnen Geschichten zu »entnehmen«, von denen jede die Welthaftigkeit und Tiefe eines Epos besitzt.

Bichsels Geschichten sind im kleinbürgerlichen Milieu angesiedelt. Die geschilderten Vorgänge sind in ihrem Ablauf gewohnheitsmäßig und von beklemmender Unveränderlichkeit. Auch die Sehnsucht der Figuren nach einem anderen Leben vermag ihre Stagnation nicht zu durchbrechen. In San Salvador schreibt ein Familienvater: >>Mir ist es hier zu kalt, ich gehe nach Südamerika.<< Dabei wollte er nur seine neue Schreibfeder ausprobieren. Bichsels Figuren sprechen kaum. Wortwechsel wie in Blumen finden meist nur in Gedanken statt. Die Tristesse der äußerlichen Verhältnisse fungiert als Spiegel einer inneren Befindlichkeit. In Stockwerke und Die Beamten sind die Menschen nur noch Schablonen. Voneinander nicht zu unterscheiden, finden sie sich in die immer gleichen Abläufe des Stadtlebens eingebunden. Die Beziehungslosigkeit der Figuren und ihre Anonymität sind in allen Geschichten auffällig. In Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennen lernen erfährt der Leser kaum mehr über Frau Blum, als der Milchmann über sie weiß; und der hat Frau Blum noch nie gesehen. Die Kluft zwischen dem, was die Figur eigentlich möchte und dem, was sie tatsächlich realisiert, ist groß. Immer gründet die Tragik der Figuren in phlegmatischer Sprachlosigkeit. Nur die Gedanken wenden sich von der tristen Oberfläche ab, um hinter die Fassade zu schauen.

Autor Bichsel, Peter
Verlag Suhrkamp
Einband Kartonierter Einband (Kt)
Erscheinungsjahr 1996
Seitenangabe 73 S.
Lieferstatus Lieferbar in 24 Stunden
Ausgabekennzeichen Deutsch
Masse H17.8 cm x B10.9 cm x D0.7 cm 70 g
Auflage 15. A.
Verlagsartikelnummer 39067

Über den Autor Peter Bichsel

Peter Bichsel wurde am 24. März 1935 in Luzern geboren und wuchs als Sohn eines Handwerkers ab 1941 in Olten auf. Am Lehrerseminar in Solothurn ließ er sich zum Primarlehrer ausbilden. 1956 heiratete er die Schauspielerin Therese Spörri (? 2005). Er ist Vater einer Tochter und eines Sohnes. Bis 1968 (und ein letztes Mal 1973) arbeitete er als Primarlehrer. 1964 wurde er mit seinen Kurzgeschichten in Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen auf einen Schlag bekannt; die Gruppe 47 nahm ihn begeistert auf und verlieh ihm 1965 ihren Literaturpreis. Zwischen 1974 und 1981 war er als persönlicher Berater für Bundesrat Willi Ritschard tätig, mit dem er befreundet war. Mit dem Schriftsteller Max Frisch war er bis zu dessen Tod 1991 eng befreundet. Seit 1985 war er Mitglied der Akademie der Künste in Berlin und korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Bichsel starb am 15. März 2025 in Solothurn.

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