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Lukas Verlag

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Berlin und sein Umland präsentieren sich heute als Siedlungsstern. Schienentrassen und Ausfallstraßen bildeten seit Ende des 19. Jahrhunderts eine einprägsame wachsende Siedlungsform. Diese Radialstruktur wurde durch Ringe ergänzt: die Ringbahn, den inneren Autobahn(teil)ring, den (bislang wenig beachteten) äußeren Eisenbahnring und den äußeren Autobahnring. Dieses besondere Ring-Radial-Gerüst spiegelt beides wider: die Tradition des schienengebundenen öffentlichen Verkehrs wie die - kürzere - Tradition der autogerechten Stadtregion. Der Siedlungsstern ist aber nicht nur ein lineares Gerüst. Er vernetzt eine Vielzahl von mittleren, kleinen und kleinsten Zentren, die in ihren historisch-kulturellen Besonderheiten der Metropole ein unverwechselbares Gesicht verleihen und beste Voraussetzungen für eine nachhaltige Raumentwicklung bieten.

Fr. 31.05

Dieses Handbuch versammelt erstmals und systematisch alle grundlegenden Informationen über die Strukturen und Akteure in Archäologie und Denkmalpflege in der DDR. Präsentiert werden die Universitäten mit ihren Studienfächern und Einrichtungen, die Institutionen von Bau- und Bodendenkmalpflege einschließlich der relevanten Akademieinstitute, zahlreiche Gremien der fachlichen Abstimmung und politischen Einflussnahme sowie etwa 2500 Personeneinträge. Damit ist es ein unverzichtbares Kompendium, wenn es darum geht, die Bedingungen und Leistungen von Denkmalschutz und Forschung im SED-Staat zu verstehen und einzuordnen. Unter anderem ermöglicht die Zusammenschau und Gegenüberstellung von Archäologie und Denkmalpflege Einblicke in deren spezifische Möglichkeiten und Grenzen. So galt die Archäologie und damit die Bodendenkmalpflege primär als wissenschaftliche Forschung, während sich die Baudenkmalpflege fast immer mit kulturpolitischen Erwartungen und Einflussnahmen konfrontiert sah.

Fr. 58.50

Dem außergewöhnlichen Leben und Schicksal der Schauspielerin Carola Neher (1900 - 1942) nähern sich die Autoren in dem von MEMORIAL Deutschland initiierten Sammelband aus unterschiedlichen Perspektiven. Obwohl sich Carola Neher stets ausschließlich als Künstlerin verstand und der kommunistischen Partei nie angehörte, verkörpert ihr Schicksal wie kaum ein anderes die Ambivalenz der kommunistischen Bewegung im Europa des 20. Jahrhunderts, die zum Motor kultureller Innovation, als parteistaatlicher Apparat jedoch zum Vollstrecker von Massenterror wurde. Die gefeierte Schauspielerin der 1920er und 1930er Jahre wurde nach ihrer Emigration aus NS-Deutschland in die UdSSR 1936 in Moskau verhaftet und verstarb am 26.6.1942 im sowjetischen Lager Sol-Iletzk. Durch die Einordnung der Stationen ihrer Biographie in den kultur- und theatergeschichtlichen wie auch den politischen und zeitgeschichtlichen Kontext erschließt sich die Dimension ihres Wirkens und ihre Rolle als Verfolgter zweier Diktaturen als Jahrhundertschicksal, als Kristallisationsmoment der deutschsowjetischen Geschichte. Der erste Teil des Bands würdigt die Schauspielerin, die sich an die Spitze des Weimarer Theaterlebens kämpfte und sich als Ikone eines modernen Frauentyps inszenierte. Als Interpretin großer Rollen in legendären Inszenierungen der Dramen Klabunds, Brechts und Horváths schrieb sie Bühnen- und Filmgeschichte. Im zweiten Teil des Werks stehen die Jahre der Emigration, der Verhaftung und Lagerzeit im Mittelpunkt. Neben bislang unveröffentlichtem Aktenmaterial ihres Verfahrens werden die Erinnerungen der letzten Mitgefangenen an Carola Neher veröffentlicht. Darüber hinaus erschließen deutsche und russische Forscher die monströse Dimension des staatlichen Terrors in den 1930er und 1940er Jahren, dem Millionen Menschen zum Opfer fielen.

Fr. 31.05

Kaum ein Dorf in der Prignitz besitzt so herausragende Kulturdenkmale wie Demerthin. Zu nennen sind hier vor allem die aus dem 15. Jahrhundert stammende Kirche mit ihren großartigen spätmittelalterlichen Wandmalereien sowie das von der Familie von Klitzing errichtete Renaissanceschloss, das eines der letzten authentischen Adelshäuser seiner Art in der Mark Brandenburg ist. Beide dokumentieren in beeindruckender Weise die über achthundertjährige wechselvolle Geschichte des in der Ostprignitz nahe Kyritz gelegenen Ortes. Nachdem 2014 eine erste Veröffentlichung zu den Kirchenmalereien und ihren frommen Botschaften erschien, haben sich nun erneut Fachautoren - darunter Kunst- und Bauhistoriker - bereiterklärt, die Demerthiner Ortsgeschichte sowie die Bau- und Ausstattungsgeschichte der Kirche und des Schlosses, zu dem auch das ehemalige Wirtschaftsgut, der Landschaftspark und das Erbbegräbnis der Familie von Klitzing gehören, umfänglich zu erforschen und in reich bebilderten Texten darzustellen. Dabei kommen auch bisher unbekannte Aspekte zur Sprache, mit denen die Bedeutung Demerthins in der Kunst- und Kulturlandschaft Brandenburgs sowie der angrenzenden Regionen erklärt und eingeordnet wird.

Fr. 22.40

Auch 75 Jahre nach dem gescheiterten Attentat und Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 beschäftigen uns die Ereignisse dieses Tages. Die Autoren geben eine Übersicht über Errichtung und Funktion des »Führerhauptquartiers« in Ostpreußen sowie über zentrale politische Entscheidungen, die dort getroffen wurden. Im Mittelpunkt des Bandes aber stehen die Abläufe des 20. Juli 1944 in der »Wolfschanze«, von Stauffenbergs Ankunft bis zu Hitlers nächtlicher Rundfunkansprache. Mit vielen Fotos, Dokumenten und Zeitzeugen­berichten versehen, vermittelt er ein genaues wie spannendes Bild dieses zentralen Tages der deutschen Geschichte.

Fr. 31.05

Obwohl sie zu Lebzeiten zu den Spitzenkräften der sächsischen Kunst zählten, sind der Landschafts- und Theatermaler sowie Innendekorateur Johann Ludwig Giesel (1747-1814) und der Architekt und Gartenkünstler Johann August Giesel (1751-1822) weithin unbekannt geblieben. Dabei hinterließen die aus Dresden stammenden, oft gemeinschaftlich tätigen Geschwister von Warschau bis Paris, von Nordböhmen bis ins Zwickauer Muldenland deutliche Spuren. Doch da die Giesels in erster Linie für hochadelige Auftraggeber arbeiteten, deren Privatarchive längst verloren sind, und ein Großteil ihrer Bauten, Parks, Theaterprospekte, Raumdekorationen und Gemälde nicht mehr existieren, geriet ihre Kunst aus dem Fokus des allgemeinen Interesses. Immerhin entstanden unter der Leitung und auf Anregung der beiden Brüder mit der neuen Kirche für Wolkenburg, die Detlev Carl Graf von Einsiedel von 1794 bis 1804 für seine Gutsherrschaft errichten ließ, ein Pionierbau der klassizistischen Sakralarchitektur in Sachsen sowie mit der neogotischen Schlossbibliothek und dem eindrucksvollen Parkensemble ebenso beachtliche Ergebnisse auf dem Gebiet der Innenraum- und gärtnerischen Landschaftsgestaltung. Das 5. Internationale Wolkenburger Symposium zur Kunst hat nun erstmals die Aufmerksamkeit auf das Leben und Schaffen der zwei Künstler gelenkt. Im Tagungsband - der ersten ihnen gewidmeten Monografie überhaupt - werden neu aufgefundene Pläne und Entwürfe aus ihrem Schaffenskreis vorgestellt und ausführlich diskutiert, sodass trotz des weitgehenden OEuvre-Verlustes eine Rekonstruktion ihres Wirkens möglich ist.

Fr. 47.25

Paris, 1753: Das Jahr verlief wenig denkwürdig in Frankreich - kein Regierungswechsel, kein Krieg, keine Naturkatastrophe. Doch was wird zu Geschichte? Wer sind ihre Protagonisten, was wird überliefert - und das vom Anbeginn der Zeiten? Nichts weniger als das wollte der Arzt und Universalgelehrte Jacques Barbeu-Dubourg (1709-1779) verzeichnen, grafisch visualisieren und so verfügbar machen. Dazu erfand er eine Maschine aus Papier und Leim: die Chronologiemaschine. Mittels dieses sensationellen Apparats gelang es, die in ein horizontales Bildpanorama aus drei Dutzend Kupferdrucken mit weit über sechzehn Metern Länge übersetzte Universalhistorie schauend-lernend abzurollen. Mehr noch: Im Vorfeld der Französischen Revolution blickte Barbeu-Dubourg offenen Auges sogar in die Zukunft. Zwei Medienepochen und gut eineinhalb Jahrhunderte später flimmert schließlich das, was im Zeichen der Aufklärung und im Umfeld Denis Diderots als chronografische Dramaturgie entworfen worden war, in Filmtheatern als Geschichtsthriller über Großleinwände. Die Chronologiemaschine nahm in vordigitalen Zeiten sogar das Scrollen durchs Internet vorweg. Heute ist sie beinahe vergessen, von ihr existiert nur mehr ein einziges Exemplar. Doch Papier ist geduldig, und nun kann dieses famose Kuriosum durch den langen Forscheratem und das detektivische Gespür der Autorin in Buchform wiederentdeckt werden.

Fr. 56.70

»Meine Lieben daheim« - mit diesen Worten beginnen viele der Briefe von Gertrud Woltmann an ihre Eltern. Als Zwanzigjährige war die Pfarrerstochter aus dem norddeutschen Twistringen 1940 nach Paris gelangt. Bis 1944 blieb sie dort ohne Unterbrechung als Nachrichtenhelferin stationiert. Sie schrieb wöchentlich und manchmal noch häufiger an ihre Eltern. Anders als viele der nachträglich redigierten Veröffentlichungen berühmter Männer aus dieser Zeit - wie etwa Ernst Jünger - sind ihre Briefe authentisch. Sie haben ausschließlich privaten Charakter und ermöglichen so einen seltenen Einblick in die Gefühle, Erlebnisse, Freuden und Sehnsüchte einer jungen Frau während Besatzung und Krieg. Gertrud Woltmann berichtete über ihren Alltag, ihr Engagement in der deutschen evangelischen Gemeinde und deren Chor. Zudem suchte sie den Kontakt zu Französinnen und Franzosen. Um auch die lokalen Theater besuchen zu können, erweiterte sie ihr Schulfranzösisch durch regelmäßige Sprachkurse. Und sie hatte Humor, war aufnahmebereit für alles Schöne und fest verwurzelt im christ­lichen Glauben, der ihr auch in schweren Situationen Kraft verlieh, sei es angesichts des immer grausamer werdenden Kriegsgeschehens, sei es im privaten Bereich. Aus dem einzigartigen Briefkonvolut, den persönlichen Fotos und einem Interview, das die Herausgeberinnen 2017 mit Gertrud Woltmann führen konnten, entsteht das faszinierende und vielschichtige Bild einer jungen Frau in einer außergewöhnlichen Zeit.

Fr. 31.05